Die Kammer für Öffentliche Verantwortung der EKD möchte in zehn
Impulsen zur öffentlichen Debatte und zur Weiterentwicklung der
Demokratie in Deutschland beitragen. „Es soll ein Prozess des Nach -
denkens ausgelöst werden und zwar in der Kirche, ihren Gremien und bei
den Repräsentanten ebenso wie in der Gesellschaft“
Der Kammertext wurde bewusst in einem nachdenklichen, diskursiven
Ton geschrieben. Er ermutigt zum Streit der Positionen und fordert eine
kontroverse Debattenkultur. Demokratie ist die Lebensform der Vielfalt,
heißt es in dem Papier: Viele unterschiedliche Lebensentwürfe begegneten
einander. Konflikt sei der Normalfall der Demokratie, Konsens stelle
sich nur zeitweise ein. Kompromisse müssten mitunter mühsam errungen
werden. Gegenwärtig erlebten wir in Deutschland rasante Ver ände run -
gen. Die Gestalt unseres Landes verändere sich, vertraute Institutionen
und Gewohnheiten würden in Frage gestellt. Es gebe Gewinner und
Verlierer dieser Veränderungsprozesse, nicht wenige Menschen hätten
Angst vor dem sozialen Abstieg, heißt es im Text weiter.
Verglichen mit anderen Ländern sei die Demokratie in der Bundes -
republik nach wie vor in hohem Maß stabil. Dennoch sei die Gesellschaft
nicht mehr so homogen wie früher. Stärker als früher müsse man sich
darauf einstellen, dass manche Konflikte bleibend sein werden. „Umso
mehr stellt sich für alle gesellschaftlichen Kräfte die Aufgabe, am
Zusammenhalt der Gesellschaft mitzuwirken".