"Die Festung Europa und lange Arm der Abschottung"

Zur Situation von Geflüchteten im Mittelmeerraum

2015 hat die EU im Rahmen der Migrationsagenda den sogenannten
„Hotspot Approach“ beschlossen. In Griechenland
und Italien wurden daraufhin Hotspots eröffnet, in denen
Geflüchtete aufgrund ihres Herkunftslands in mehrere Klassen
aufgeteilt werden – die Polizei übernimmt darin eine
Aufgabe, die den Asylkommissionen vorbehalten sein
sollte. Auf Sizilien befinden sich vier der derzeit fünf
Hotspots in Italien, doch das System, das auch zur vermehrten
Umsiedlung von Geflüchteten in andere EUMitgliedstaaten
dienen sollte, funktioniert nicht. Geflüchtete
werden oft sehr viel länger als die maximal vorgesehenen 72
Stunden in Hotspots festgehalten, unbegleitete Minderjährige
teils über Wochen, da es zu wenig jugendgerechte
Unterkünfte gibt. Oft führt die Einteilung der Geflüchteten in
ein Zwei-Klassen-System zur sofortigen Obdachlosigkeit nach
der Entlassung aus dem Hotspot oder aber sie werden in weit
abgelegenen „Notfallzentren“ geparkt. Judith Gleitze arbeitet
seit mehr als 20 Jahren im Bereich Flucht und Migration.
2007 gründete sie borderline-europe in Berlin mit, seit 2009
arbeitet sie für den Verein in dessen Außenstelle auf Sizilien.
In ihrem Vortrag berichtet sie über die Situation von
Geflüchteten im Mittelmeerraum.

Termine

  • Datum: 28.5.18

    Uhrzeit: 19h

    Kosten: keine

    Ort:
    Haus der evangelischen Kirche, Raum Erfurt Kaiserstrasse 37, 55116 Mainz

    Leitung:
    Judith Gleitze, borderline-europe e.V.

    Information:
    Evangelisches Dekanant Mainz Gisela Apitzsch M.A. Referentin für Gesellschaftliche Verantwortung gisela.apitzsch.dek.mainz@ekhn-net.de