Delicatessen

Die göttliche Ordnung

Schweiz 2016: Petra Volpe, 97 Min.

Auch wenn so manche Kritik damit hadert, der Film sei ein wenig „zahm“ – sein Inhalt, der die „Schatten­seiten direkt-demokratischer Entscheidungsprozesse“ (epd-Film) zeigt, ist ebenso dramatisch wie verstörend: Bereits 1959 stand die Schweizer Volksabstimmung zum Frauenwahlrecht an – mehrheitlich abgelehnt von ausschließlich männlichen Stimmberechtigten. Die Ko­mödie von Petra Volpe zeigt am Beispiel eines kleinen, stockkonservativen Appenzeller Dorfes den bisweilen anachronistischen Kosmos einer der ältesten Demokra­tien der Welt: Nora, die mit Ehemann, zwei Söhnen und Großvater im Haushalt die traditionelle Rolle einer Frau und Mutter auf dem Dorf lebt, gerät Anfang der 70er Jahre beinahe zufällig in die Kampagne zur Vorberei­tung einer neuen Abstimmung. Der Film zeigt den lan­gen Weg der Frauen-Emanzipation im Zeitraffer weni­ger Monate bis zur Abstimmung. Die unscheinbare und schüchterne Nora entwickelt sich zur selbstbewussten und selbstbestimmten Frau – sozial, ökonomisch, se­xuell. Nicht ohne Widerstand seitens der männlichen Dorfbevölkerung, unterstützt durch die wortgewaltige und einflussreiche Schreinereibesitzerin und Antisuf­fragette Frau Wipf. Deren „Aktionskomitee gegen die Verpolitisierung der Frau“ zeigt auf absurde Weise die (durchaus prototypische) Bereitschaft einer gebildeten Frau, sich patriarchal zu unterwerfen.

 

 

Termine

  • Datum: 11. März 2019

    Uhrzeit: 19.30h

    Kosten: 4,50 Euro , ermäßigt 3,50 Euro

    Ort:
    Palatin, Hintere Bleiche 6-8 , 55116 Mainz

    Leitung:
    Horst Wenner

    Information:
    Telefon 06131 9600 421

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