Literaturkreis Zornheim

Literaturkreis Zornheim

Jahresthema 2020: Perspektiven und ihre Wirkung

26.3.2020 „Vom Ende der Einsamkeit“ von Benedict Wells Vortrag von  Ingeborg Joeres-Weicker

Vom Ende der Einsamkeit ist der Roman eines Lebens, einer Familie, einer Liebe, der gewichtige Fragen von philosophischer Tiefe behandelt und eine gute Geschichte.

Es geht um Erinnern und Vergessen, Zufall und Bestimmung, Endlichkeit und Dauerhaftes. Um den irreparablen Systemfehler in ihrer Vita wenigstens zu kompensieren, suchen die Geschwister den Weg zu ihrer Identität, wollen Vertrauen ins Leben und zu anderen Menschen wiedergewinnen. Jeder muss die Not des einsamen Zurückgelassenseins für sich allein verarbeiten und mit der Endlichkeit des Lebens auseinandersetzen.

30.4.2020 „Olga“ von Bernhard Schlink Vortrag von Inge Metz

Schlink beleuchtet seine Hauptfigur aus verschiedenen Sichtweisen: das Aufwachsen als armes Kind in bäuerlicher Gesellschaft als Rückblick des Ziehsohns. Dann Olgas eigene Schilderung als Frau, die aus dem Milieu heraus will und kann, aber nicht in der Lage ist ihren Geliebten, der aus einer anderen Schicht stammt, zu halten. Im 3. Teil schließen aufgefundene Briefe von Olga Lücken in ihrer Biographie, werfen dabei aber auch neue Fragen auf.

28.5. 2020 „Mit der Faust in die Welt schlagen“ von Lukas Rietschel Vortrag von Viktoria Felten – Appel

Zwei Brüder, ein Dorf in Ostsachsen und eine Wut, die immer größer wird. Philip und Tobias wachsen in der Provinz Sachsens auf. Der Hausbau der Eltern scheint der Aufbruch in ein neues Leben zu sein. Doch hinter den Bäumen liegen vergessen die industriellen Hinterlassenschaften der DDR, schimmert die Oberfläche der Tagebauseen, hinter der Gleichförmigkeit des Alltags schwelt die Angst vor dem Verlust der Heimat. Als es zu Aufmärschen in Dresden kommt und auch ihr Heimatort Flüchtlinge aufnehmen soll, eskaliert die Situation.

25.6.2020 „6 Uhr 14“ von Jean Philippe Blondel Vortrag von Inge Metz

Der als innerer Dialog von 2 Personen in einem D-Zug nahe Paris, die erst am Ende der Zugfahrt nur wenige Worte miteinander sprechen und dann auseinander gehen, angelegte Roman zeigt, dass beide liiert gewesen sind, von heute auf morgen sich getrennt haben, ohne dass eine Aussprache erfolgt ist . Nun überlegt jeder für sich hin und her gerissen, ob es Sinn macht, das zufällige Zusammentreffen für eine Fortsetzung der Beziehung zu nutzen.

27.8.2020 „Ich weiß, warum der gefangene Vogel singt“ von Maya Angelou Vortrag von Viktoria Felten – Appel

Maya Angelou gilt als Ikone der afroamerikanischen Literatur. Sie beschreibt hier, wie sie als Dreijährige mit ihrem vierjährigen Bruder zu „Momma“ geschickt wird, der Mutter ihres Vaters, nachdem sich die Eltern getrennt haben. Dort im Süden der USA wird Maya in der schwarzen Gemeinschaft zwischen Baumwollpflückern, Tante-Emma-Laden und Episkopalkirche groß und vermittelt den Lesenden einen bestechend klaren Blick auf den Süden der USA und seine gesellschaftlichen Probleme.

24.9.2020 „Treibsand“ von Hening Mankell Vortrag von Ursula Haug und Werner Grode

Die Diagnose Krebs hat Henning Mankell an einen alten Albtraum erinnert: im Treibsand zu versinken, der einen unerbittlich verschlingt. Im Nachdenken über wichtige Fragen des Lebens fand er ein Mittel, die Krise zu überwinden. Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Welche Art der Gesellschaft will ich mitgestalten? Er beschreibt seine Begegnungen mit den kulturgeschichtlichen Anfängen der Menschheit, er reflektiert über Zukunftsfragen und erzählt, was Literatur, Kunst und Musik in verzweifelten Momenten bedeuten können.

 

 

Termine

  • Datum: donnerstags

    Uhrzeit: 19 Uhr

    Kosten: keine

    Ort:
    Ev. Gemeindezentrum Zornheim, Nieder-Olmer-Str. 3

    Leitung:
    Inge Metz

    Information:
    Ev. Kirchengemeinde Zornheim Nieder-Olmer Straße 3 Tel. 06136 958487