Literaturkreis Zornheim

Literaturkreis Zornheim

Beziehungen - prägend,leidvoll,überlebensnotwendig

28.01.2021               „Olga“ von Bernhard Schlink     Vortrag von Inge Metz

Schlink beleuchtet seine Hauptfigur aus verschiedenen Sichtweisen:   das Aufwachsen als armes Kind in bäuerlicher Gesellschaft als Rückblick des Ziehsohns. Dann Olgas eigene Schilderung als Frau, die aus dem Milieu heraus will und kann, aber nicht in der Lage ist ihren Geliebten, der aus einer anderen Schicht stammt, zu halten. Im 3. Teil schließen aufgefundene Briefe von Olga Lücken in ihrer Biographie, werfen dabei aber auch neue Fragen auf.

25.02.2021                 „Vom Ende der Einsamkeit“ von  Benedict Wells (Nachtermin)                                  Vortrag von Ingeborg Joeres-Weicker

Vom Ende der Einsamkeit ist der Roman eines Lebens, einer Familie, einer Liebe, der gewichtige Fragen von philosophischer Tiefe behandelt und eine gute Geschichte.

Es geht um Erinnern und Vergessen, Zufall und Bestimmung, Endlichkeit und Dauerhaftes. Um den irreparablen Systemfehler in ihrer Vita wenigstens zu kompensieren, suchen die Geschwister den Weg zu ihrer Identität, wollen Vertrauen ins Leben und zu anderen Menschen wiedergewinnen. Jeder muss die Not des einsamen Zurückgelassenseins für sich allein verarbeiten und mit der Endlichkeit des Lebens auseinandersetzen.

Stringent nach zeitlichen Abschnitten ist der Roman als Biographie der Hauptperson  angelegt.

25.3.2021                    „Erinnerung eines Mädchens“ von Annie Ernaux                     Vortrag von Viktoria Felten – Appel       

Im Sommer 1958 wird Annie Duchesne 18 Jahre alt. Sie arbeitet in einer Ferienkolonie, findet eine Clique,zusammen feiern sie Feten, genießen ihre Jugend. Dann verliebt sie sich in H., der sie sexuell missbraucht und dann fallen lässt. Sie wird 55 Jahre brauchen, um diese "Erinnerung der Scham" in Worte fassen zu können.

29.4.2021                   „Die hellen Tage“ von  Zsuzsa Bánk                                         Vortrag von Marika Stede

Die hellen Tage“ ist ein Roman über die Kinder Seri, Karl und Aja aus drei Familien, von ihrer Kindheit bis zum Erwachsenenalter. Das Mädchen Seri erlebt helle Tage der Kindheit im Garten ihrer Freundin Aja, die aus einer ungarischen Artistenfamilie stammt und mit ihrer Mutter in einer Baracke am Stadtrand wohnt. Sie gewinnen Karl als gemeinsamen Freund. Die scheinbar heile Welt der Kinder hat aber bei allen einen zunächst unsichtbaren Sprung. Es sind die Mütter, welche ihre Kinder durch die Strömungen und Untiefen ihrer Kindheit lotsen und ihnen beibringen, keine Angst vor dem Leben haben zu müssen, sondern sich in seine Mitte zu stellen.

27.5.2021                    „Was ich euch nicht erzählte“ von Celeste Ng   Vortrag von Pfarrerin Violetta Gronau

»Lydia ist tot.« Der erste Satz, ein Schlag, eine Katastrophe. Am Morgen des 3. Mai 1977 erscheint sie nicht zum Frühstück. Am folgenden Tag findet die Polizei Lydias Leiche. Mord oder Selbstmord? Die Lieblingstochter von James und Marilyn Lee war ein ruhiges, strebsames und intelligentes Mädchen. Für den älteren Bruder Nathan steht fest, dass Jack an Lydias Tod Schuld hat. Marilyn, die ehrgeizige Mutter, geht manisch auf Spurensuche. James Lee, Sohn chinesischer Einwanderer, bricht vor Trauer um die Tochter das Herz. Allein die stille Hannah ahnt etwas von den Problemen der großen Schwester. Was bedeutet es, sein Leben in die Hand zu nehmen? Welche Kraft hat all das Ungesagte, das Menschen oft in einem inneren Abgrund gefangen hält? Nur der Leser erfährt am Ende, was sich in jener Nacht wirklich ereignet hat. Celeste Ng legt die inneren Strukturen einer augenscheinlich intakten Familie frei, erweist das Ungesagte als eigene Wirklichkeit und entfaltet eine Geschichte, die weniger danach fragt, was geschehen ist, sondern, warum es geschehen ist.

               

24.6.2021                    „Liebste Fenchel!“ von  Peter Härtling                                               Vortrag von Ingeborg Joerres-Weicker

Fanny, Enkelin des Philosophen Moses Mendelssohn und ältere Schwester des berühmten Komponisten Felix Mendelssohn-Bartholdy, ist ein braves  Mädchen mit einer großen musikalischen Begabung, eine Komponistin eigenen Ranges im Schatten ihres berühmten Bruders. Peter Härtling zeichnet in einem einfühlsamen Porträt die Beziehung von Fanny Hensel Mendelssohn zu ihrem Bruder, vom Aufbruch in die beglückende Welt der Musik und von einer deutschen Familie im 19. Jahrhundert, die einen Angelpunkt des gesellschaftlichen Lebens bildete.

29.7.2021                   „Alte Sorten“ von Ewald Arenz           Vortrag von Inge Metz        

Sally, kurz vor dem Abitur, hasst so ziemlich alles: Angebote, Vorschriften, Regeln, Erwachsene. Liss ist eine starke, verschlossene Frau, die die Arbeiten, die auf ihrem Hof anfallen, problemlos zu meistern scheint. Schon beim ersten Gespräch der beiden stellt Sally fest, dass Liss anders ist als andere Erwachsene. Liss bietet ihr an, bei ihr auf dem Hof zu übernachten. Aus einer Nacht werden Wochen. Für Sally ist die ältere Frau ein Rätsel. Was ist das für Eine, die nie über sich spricht, die das Bauernhaus allein bewohnt? Während sie gemeinsam ernten und Liss die alten Birnensorten in ihrem Obstgarten beschreibt, deren Geschmack Sally so liebt, kommen sich die beiden Frauen näher.

 26.8.2021                    „Ach diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ von Joachim Meyerhoff   -    Vortrag von Rosemarie Egenolf

Mit Anfang zwanzig geschieht dem Erzähler in Joachim Meyerhoffs drittem Roman das Unerwartete: Er wird auf der Schauspielschule in München angenommen und zieht in die großbürgerliche Villa seiner Großeltern. Die Tage der ehemaligen Schauspielerin und des emeritierten Professors für Philosophie sind durch abenteuerliche Rituale strukturiert, bei denen Alkohol eine nicht unwesentliche Rolle spielt. Der Erzähler wird zum Wanderer zwischen den Welten. Tagsüber an der Schauspielschule systematisch in seine Einzelteile zerlegt, ertränkt er abends seine Verwirrung auf dem opulenten Sofa in Rotwein. Doch ihm entgeht nicht, dass auch die Großeltern gegen eine große Leere ankämpfen, während er auf der Bühne sein Innerstes nach außen kehren soll und dabei fast immer grandios versagt.

30.9.2021                    „Der Zopf“ von Laetitia Colombani     Vortrag von Inge Metz

Drei Frauen, drei Leben, drei Kontinente – dieselbe Sehnsucht nach Freiheit Die Lebenswege von Smita, Giulia und Sarah könnten unterschiedlicher nicht sein. In Indien setzt Smita alles daran, damit ihre Tochter lesen und schreiben lernt. In Sizilien entdeckt Giulia nach dem Unfall ihres Vaters, dass das Familienunternehmen, die letzte Perückenfabrik Palermos, ruiniert ist. Und in Montreal soll die erfolgreiche Anwältin Sarah Partnerin der Kanzlei werden, da erfährt sie von ihrer schweren Erkrankung. Ergreifend und kunstvoll flicht Laetitia Colombani aus den drei außergewöhnlichen Geschichten einen prachtvollen Zopf.

28.10.2021                  „Die Letzten ihrer Art“ von  Maya Lunde                  Vortrag von Ingeborg Joeres-Weicker

Maja Lunde erzählt von drei Familien in drei Jahrhunderten, vereint im alles entscheidenden Kampf gegen das Aussterben der Arten (die Geschichte einer tatsächlich existierenden Spezies und deren Erhaltung durch Menschen) und der schicksalhaften Verbindung von Tier und Mensch. St. Petersburg, 1881 - Mongolei 1992 - Norwegen 2064 

25.11.2021                 „ Else Ury -  Porträt der Verfasserin  der Nesthäkchen-Geschichten“  -   Vortrag von Viktoria Felten - Appel

 "Nesthäkchen kommt ins KZ" - Geht man in Berlin-Moabit die Solinger Straße entlang, entdeckt man vor der Hausnummer 10 einen Stolperstein mit der Aufschrift "Bei ihnen - Else Ury - Schriftstellerin - verschollen in Auschwitz". Wahrscheinlich werden die wenigsten mit diesem Namen die Schöpferin der Nesthäkchen - Geschichten verbinden, die Generationen von Kindern Freude machten und machen, ob als Kinderbücher oder als Fernsehserie.

Doch was war das für eine Frau, die diese und andere Geschichten für Kinder verfasste? In welcher Welt lebte sie, die einmal sagte, "Mir kann doch nichts geschehen..."

 

 

Termine

  • Datum: donnerstags

    Uhrzeit: 19 Uhr

    Kosten: keine

    Ort:
    Ev. Gemeindezentrum Zornheim, Nieder-Olmer-Str. 3

    Leitung:
    Inge Metz

    Information:
    Ev. Kirchengemeinde Zornheim Nieder-Olmer Straße 3 Tel. 06136 958487